Neue Gesetzesinitiative
Mit dem „Gesetz zur Einführung einer Kassenpflicht, zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und zur weiteren Digitalisierung des Steuerrechts“, welches vor Kurzem in der ersten Entwurfsfassung bekannt gegeben wurde, kommt das Bundesfinanzministerium einer Forderung aus dem Koalitionsvertrag betreffend die Bekämpfung von Steuerhinterziehung nach. Dabei zielt der Gesetzgeber besonders auf die offenen Ladenkassen ab. Gemäß dem Gesetzentwurf besteht gerade in bargeldintensiven Branchen „durch den Einsatz von offenen Ladenkassen die vereinfachte und schwerer aufzuklärende sowie nachzuweisende Möglichkeit, dass Umsätze nicht in voller Höhe erklärt werden“.
Kassenpflicht
Nach dem Gesetzentwurf sollen Steuerpflichtige, die einen land- und forstwirtschaftlichen oder einen gewerblichen Betrieb unterhalten oder freiberuflich tätig sind, nach § 146b Abgabenordnung (AO) verpflichtet werden, ab einem Gesamtumsatz von € 100.000,00 im Kalenderjahr ein elektronisches Aufzeichnungssystem zu führen. Die elektronische Kasse ist zudem durch eine vom BSI zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung zu schützen. Der maßgebliche Gesamtumsatz ist nach Maßgabe der für Kleinunternehmer geltenden Vorschriften zu ermitteln (§ 19 Abs. 2 Umsatzsteuergesetz – UStG).
Bonpflicht
Die allgemein kritisierte Bonpflicht soll ab 2028 in eine Belegbereitstellungspflicht umgewandelt werden. Hinsichtlich der Art und Weise der Bereitstellungspflicht besteht Technologieoffenheit. Im Gesetzentwurf finden sich keine technischen Vorgaben, wie der Beleg zur Entgegennahme bereitgestellt oder übermittelt werden muss. Möglich sind u. a. eine Bildschirmanzeige (z. B. in Form eines QR-Codes), eine Übermittlung per Download-Link, per Near-Field-Communication (NFC), per E-Mail oder direkt in ein Kundenkonto.
Neue Steuerstrafrechtstatbestände
Nach dem Gesetzentwurf soll der Einsatz, das Bewerben und Inverkehrbringen von Manipulationssoftware für elektronische Kassen als neuer Steuerstraftatbestand mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden (§ 369 Abs. 1 Nr. 3 AO-E, § 374a AO-E). Besondere Beachtung verdient auch der geplante neue § 375 AO-E. Dieser erlaubt es künftig Gerichten, bei Steuerhinterziehung oder dem Einsatz, Bewerben und Inverkehrbringen von Manipulationsprogrammen zusätzlich ein Fahrverbot von einem Monat bis zu einem Jahr zu verhängen.
Stand: 26. August 2026
Bild: Andrey Popov – stock.adobe.com
Berichtsentlastungsgesetz
MandanteninfoProgramm für Aufschwung und Beschäftigung
Das vom Koalitionsausschuss der Bundesregierung noch vor der Sommerpause vorgestellte „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ enthält neben Steueränderungen auch Vorschläge für einen effizienten Bürokratieabbau. Unter anderem will die Bundesregierung ein „Berichtsentlastungsgesetz“ verabschieden, wie es in dem 12-seitigen Koalitionspapier heißt. Mit dem Gesetz sollen gesetzliche Berichtspflichten gegenüber staatlichen Stellen pauschal aufgehoben werden. Es sollen nur noch solche bestehen bleiben, deren „besondere Erforderlichkeit seitens des jeweiligen Ministeriums explizit begründet wird (Beweislastumkehr)“. Mit einer generellen „Berichtspflichten-Bremse“ sollen neue Berichtspflichten in künftigen Gesetzgebungsverfahren verhindert werden.
Betriebsbeauftragte
Die Bundesregierung will ferner auf die Bestellung betrieblicher Beauftragter verzichten. Dies gilt, sofern deren Bestellung nicht auf EU-Vorgaben beruht. Stattdessen wird die Einhaltung der Vorgaben stärker in die Verantwortung der Unternehmen gelegt.
Genehmigungsfiktion
Spätestens zu Beginn des übernächsten Jahres 2028 soll im Verwaltungsverfahrensgesetz des Bundes eine allgemeine Genehmigungsfiktion als Regelfall etabliert werden. Diese besagt, dass Anträge vier Monate nach dem Eingang der vollständigen Antragsunterlagen automatisch als genehmigt gelten, sofern die Behörde keinen besonderen Prüfbedarf anmeldet.
Stand: 26. August 2026
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Neue Kassenpflicht ab 2028
MandanteninfoNeue Gesetzesinitiative
Mit dem „Gesetz zur Einführung einer Kassenpflicht, zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und zur weiteren Digitalisierung des Steuerrechts“, welches vor Kurzem in der ersten Entwurfsfassung bekannt gegeben wurde, kommt das Bundesfinanzministerium einer Forderung aus dem Koalitionsvertrag betreffend die Bekämpfung von Steuerhinterziehung nach. Dabei zielt der Gesetzgeber besonders auf die offenen Ladenkassen ab. Gemäß dem Gesetzentwurf besteht gerade in bargeldintensiven Branchen „durch den Einsatz von offenen Ladenkassen die vereinfachte und schwerer aufzuklärende sowie nachzuweisende Möglichkeit, dass Umsätze nicht in voller Höhe erklärt werden“.
Kassenpflicht
Nach dem Gesetzentwurf sollen Steuerpflichtige, die einen land- und forstwirtschaftlichen oder einen gewerblichen Betrieb unterhalten oder freiberuflich tätig sind, nach § 146b Abgabenordnung (AO) verpflichtet werden, ab einem Gesamtumsatz von € 100.000,00 im Kalenderjahr ein elektronisches Aufzeichnungssystem zu führen. Die elektronische Kasse ist zudem durch eine vom BSI zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung zu schützen. Der maßgebliche Gesamtumsatz ist nach Maßgabe der für Kleinunternehmer geltenden Vorschriften zu ermitteln (§ 19 Abs. 2 Umsatzsteuergesetz – UStG).
Bonpflicht
Die allgemein kritisierte Bonpflicht soll ab 2028 in eine Belegbereitstellungspflicht umgewandelt werden. Hinsichtlich der Art und Weise der Bereitstellungspflicht besteht Technologieoffenheit. Im Gesetzentwurf finden sich keine technischen Vorgaben, wie der Beleg zur Entgegennahme bereitgestellt oder übermittelt werden muss. Möglich sind u. a. eine Bildschirmanzeige (z. B. in Form eines QR-Codes), eine Übermittlung per Download-Link, per Near-Field-Communication (NFC), per E-Mail oder direkt in ein Kundenkonto.
Neue Steuerstrafrechtstatbestände
Nach dem Gesetzentwurf soll der Einsatz, das Bewerben und Inverkehrbringen von Manipulationssoftware für elektronische Kassen als neuer Steuerstraftatbestand mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden (§ 369 Abs. 1 Nr. 3 AO-E, § 374a AO-E). Besondere Beachtung verdient auch der geplante neue § 375 AO-E. Dieser erlaubt es künftig Gerichten, bei Steuerhinterziehung oder dem Einsatz, Bewerben und Inverkehrbringen von Manipulationsprogrammen zusätzlich ein Fahrverbot von einem Monat bis zu einem Jahr zu verhängen.
Stand: 26. August 2026
Bild: Andrey Popov – stock.adobe.com
Tipp: Steuerfreie Dividenden
MandanteninfoSteuerfreie Dividenden
Dividendenausschüttungen einer Kapitalgesellschaft lösen im Regelfall Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuern aus. Es gibt allerdings auch steuerfreie Dividenden. Gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 Einkommensteuergesetz (EStG) gehören Bezüge nicht zu den steuerpflichtigen Einnahmen, soweit sie aus Ausschüttungen aus dem steuerlichen Einlagekonto einer Körperschaft stammen.
Das deutsche Körperschaftsteuergesetz stellt Rückzahlungen von Kapitalgesellschaften aus dem steuerlichen Einlagekonto nach § 27 Körperschaftsteuergesetz (KStG) steuerfrei.
Ein steuerliches Einlagekonto ist von jeder Aktiengesellschaft zu führen. Die Aktiengesellschaft bucht auf dieses Konto alle nicht in das Nennkapital der Körperschaft geleisteten Einlagen ihrer Aktionäre bzw. Anteilseigner.
Beispiele
In Deutschland haben in der Vergangenheit bekannte Konzerne wie die Deutsche Telekom Dividenden aus dem steuerlichen Einlagekonto gezahlt. Die Hauptversammlung entscheidet zwar über die Höhe der Ausschüttung, die steuerliche Zuordnung folgt jedoch einer gesetzlichen Verwendungsreihenfolge (§ 27 Abs. 1 Satz 3 KStG), wonach die steuerfreie Einlagenrückgewähr erst greift, wenn der ausschüttbare Gewinn vollständig aufgebraucht ist.
Minderung der Anschaffungskosten
Zahlungen aus dem steuerlichen Einlagekonto mindern die Anschaffungskosten bzw. den Buchwert der Beteiligung an der leistenden Kapitalgesellschaft.
Werden die Anteilscheine veräußert, erhöht sich der abgeltungsteuerpflichtige Gewinn bzw. es verringert sich der steuerliche Verlust. Die Steuervorteile werden somit wieder neutralisiert.
Stand: 02. September 2026
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International: Automatischer Informationsaustausch
MandanteninfoBMF-Schreiben
Das Bundesfinanzministerium hat mit Schreiben vom 8.6.2026 (IV D 3 – S 1315/00304/071/023) die finale Staatenaustauschliste zum automatischen Informationsaustausch veröffentlicht. Gegenüber dem letzten Jahr sind drei neue Staaten hinzugekommen, u. a.
Senegal. Die Meldungen erfolgen wie alljährlich bis zum 30. September. Gemeldet werden u. a. die persönlichen Daten der Kontoinhaberinnen bzw. Kontoinhaber wie Name, Anschrift, Ansässigkeitsstaat, Steueridentifikationsnummer, Geburtsdatum und Geburtsort sowie Kontonummer und der Kontosaldo.
Betragsdifferenzen
Oftmals erhalten Steuerpflichtige aufgrund der Meldungen ein Schreiben ihres Wohnsitzfinanzamtes zur Sachverhaltsaufklärung. Darin sind im Regelfall die an das Finanzamt von den ausländischen Kreditinstituten gemeldeten Beträge enthalten. Diese stimmen allerdings nur selten mit den tatsächlichen Beträgen überein. Die Meldesummen werden in US-Dollar an die jeweiligen Steuerverwaltungen gemeldet. Bei mehreren Kontoinhabern (wie im Fall eines Ehegattenkontos) werden für jeden Kontoinhaber jeweils 100 % der Werte gemeldet.
Stand: 26. August 2026
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Betriebliche Nutzung eines Privat-Pkw
MandanteninfoPrivat-Pkw für Dienstreisen
Den Privat-Pkw für Dienstreisen zu nutzen, ist generell keine gute Idee. Dies gilt ausnahmslos in Fällen, in denen ein Firmenwagen zur Verfügung steht. Einen solchen Fall hatte zuletzt der Bundesfinanzhof (BFH) zu entscheiden (Urt. v. 21.1.2026 Az. VI R 30/24). Ein Steuerpflichtiger nutzte für betriebliche Fahrten seinen Privat-Pkw, damit seine Ehefrau in dieser Zeit den Firmen-Pkw nutzen konnte.
Unangemessene Werbungskosten
Der BFH teilte die Auffassung der Finanzverwaltung und ließ die Aufwendungen nicht zum Steuerabzug zu. Grundsätzlich gilt, dass Aufwendungen den Gewinn nicht mindern dürfen, soweit sie nach allgemeiner Verkehrsauffassung als unangemessen anzusehen sind (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 Einkommensteuergesetz – EStG). Sinngemäß gilt dies nach § 9 Abs. 5 Satz 1 EStG auch für Werbungskosten. Der BFH sah die für den Privat-Pkw entstandenen Aufwendungen als unangemessen an, da diese durch eine privat veranlasste „Über-Kreuz-Nutzung“ beider Pkw veranlasst waren. Die Fahrtkosten berühren daher die private Lebensführung. Weil ein gewissenhafter Steuerpflichtiger diese Kosten nicht auf sich genommen hätte, waren sie unangemessen.
Stand: 26. August 2026
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Zinssatz von 5,5 % verfassungsgemäß
MandanteninfoKapitalwertberechnung
Für die erbschaft- und schenkungsteuerliche Bewertung von Renten-, Nutzungs- und Leistungsrechten, meist in Verbindung mit Vermögensübertragungen, wird stets auf den sogenannten Kapitalwert abgestellt. Als Kapitalwert im bewertungsrechtlichen Sinne gilt ein Betrag, der zum Zinssatz von 5,5 % angelegt werden müsste, um unter Berücksichtigung von Zinsen und Zinseszinsen der vereinbarten laufenden Rentenzahlungsverpflichtung nachkommen zu können. Der Zinssatz von 5,5 % findet sich auch in Kapitalwerten für Nießbrauchs- und Nutzungsrechte wieder (§ 14 Abs. 1 Satz 3 Bewertungsgesetz – BewG).
Zinssatz verfassungsgemäß
Der Bundesfinanzhof (BFH) hält den Zinssatz ungeachtet des sehr viel niedrigeren Zinssatzes bei der ertragsteuerlichen Vollverzinsung (nur 1,8 % p. a.) für verfassungskonform. Beide Zinssätze stehen nebeneinander und sind nicht miteinander vergleichbar.
Stand: 26. August 2026
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BMF-Schreiben zur Umsatzsteuerbefreiung für Schönheitsoperationen
Ärzte - SpezialUmsatzsteuerfreie Schönheitsoperationen
Ästhetische Behandlungen gelten nach der Rechtsprechung als umsatzsteuerfreie Heilbehandlungsleistungen, wenn diese wegen Krankheit, Verletzungen, eines angeborenen körperlichen Mangels oder auch nach einer medizinischen Behandlung notwendig werden, die zu einem Schönheitsfehler geführt hat, welcher beseitigt werden soll. Als Beispiel hierfür führt das BMF eine Zahnaufhellungsbehandlung an, die als Folge einer Wurzelkanalbehandlung erforderlich wird, welche zu einer Verdunklung des Zahns führte (siehe u.a. BFH, Urteile v. 4.12.2014 V R 16/12, V R 33/12 sowie v. 19.3.2015 V R 60/14).
Umsatzsteuer-Anwendungserlass
Mit dem neuen BMF-Schreiben (v. 21.5.2026 – III C 3 – S 7170/00085/004/035) ändert die Finanzverwaltung den Umsatzsteuer-Anwendungserlass in den Abschnitten 4.14.1 und 4.14.6 entsprechend den Vorgaben der BFH-Rechtsprechung ab.
Arzt trägt Feststellungslast
In Abschnitt 4.14.1 findet sich in der Neufassung der Hinweis, dass „der Unternehmer, der sich auf die Steuerbefreiung beruft, insoweit die Feststellungslast trägt“. Mit Unternehmer ist hier die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt gemeint. Diese bzw. dieser muss den Nachweis führen, dass die Schönheitsoperation für einen der oben genannten Zwecke durchgeführt worden ist und deshalb umsatzsteuerfrei ist. Der Nachweis ist in anonymisierter Form für jeden einzelnen Patienten durch „von medizinischem Fachpersonal zu treffende Feststellungen zu dokumentieren und nachzuweisen“. Soll mit der Operation eine „entstellende Wirkung oder eine psychischen Erkrankung“ behandelt werden, muss der hierfür notwendige Nachweis „durch einen dafür zuständigen Facharzt“ erfolgen (BFH-Urteil vom 25.9.2024 – XI R 17/21). Bezüglich Feststellungslast hält die Finanzverwaltung fest, dass der „Schweigepflicht“-Paragraf 203 Strafgesetzbuch (StGB) einer Verwendung entsprechender Nachweisunterlagen im Besteuerungsverfahren nicht entgegensteht.
Stand: 26. August 2026
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Pensionszusagen für Arzt
Ärzte - SpezialDer Fall
Ein Arzt gründete zur Durchführung nichtärztlicher Tätigkeiten eine sogenannte „UG“, eine haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft. Der Arzt war alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer der UG und genehmigte sich nach Gesellschaftsgründung eine Pensionszusage in Form einer Direktzusage. Finanziert wurde diese ausschließlich im Wege der Gehaltsumwandlung vom Arzt selbst. Die UG bildete den gewinnmindernde Pensionsrückstellungen, welche das Finanzamt allerdings nicht anerkannte und als verdeckte Gewinnausschüttung qualifizierte. Der Arzt erhob gegen die Einspruchsentscheidung Klage.
Steuerliche Anerkennung
Der Bundesfinanzhof (BFH) erkannte diese Konstruktion unter bestimmten Voraussetzungen zwar an, verwies jedoch den Fall an das vorinstanzliche Finanzgericht Düsseldorf zurück. Zwar hat der BFH das Gestaltungsmodell des Arztes insoweit als „fremdüblich“ und damit als steuerlich anzuerkennendes Gestaltungsmodell angesehen, als die Pensionszusage ohne Einhaltung einer Probezeit und unmittelbar oder kurze Zeit nach Neugründung der Gesellschaft erteilt worden ist (Urt. v. 19.11.2025 – I R 50/22). Geklärt werden musste allerdings noch, ob die UG die Pensionszusage mitfinanziert hat (dann würde ein Verstoß gegen den Grundsatz des Fremdvergleichs vorliegen) und ob die Versorgungsansprüche insolvenzgesichert sind. Fehlt es an einer solchen Insolvenzabsicherung, wären die Pensionsansprüche des Arztes nicht anzuerkennen.
Stand: 26. August 2026
Bild: agenturfotografin – stock.adobe.com
AU-Bescheinigung im Anschluss an Urlaub
Ärzte - SpezialAU-Bescheinigung
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die von einem in einem Drittland (im Urteilsfall Tunesien) ansässigen Arzt ausgestellt werden, haben grundsätzlich keine geminderte Beweislast als eine im Inland ausgestellte Bescheinigung. Dies gilt nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichts jedenfalls dann, wenn aus der Bescheinigung erkennbar ist, dass zwischen einer bloßen Erkrankung und einer mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen Erkrankung unterschieden wurde (Urt. v. 15.1.2025 – 5 AZR 284/24).
Gesamtwürdigung fließt ein
Treten ungewöhnliche Umstände ein, können diese – so das Gericht – ernsthafte Zweifel an einer Arbeitsunfähigkeit begründen. Die Beweiskraft solcher AU-Bescheinigungen könne daher erschüttert sein. Im Urteilsfall war es so, dass der betreffende Arbeitnehmer mehrmals jeweils im Anschluss an seinen Urlaub eine AU-Bescheinigung, ausgestellt von einem Arzt am jeweiligen Urlaubsort, vorgelegt hatte. Zudem wies die aktuell vorgelegte Bescheinigung ohne sachgerechte Begründung eine Dauer der Arbeitsunfähigkeit von exakt 24 Tagen aus.
Zwei-Wochen-Grenze
Das Gericht betonte, dass die Maßstäbe der Regelung in § 5 Abs. 4 der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie auch auf Auslandssachverhalte zu übertragen sind. Nach dieser Vorschrift sollen Ärztinnen und Ärzte die voraussichtliche Dauer einer Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich nicht länger als zwei Wochen im Voraus bescheinigen.
Stand: 26. August 2026
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Nachträgliche Geltendmachung eines Pflegepauschbetrags
Ärzte - SpezialPflegepauschbetrag
Steuerpflichtige, die ihre nahen Angehörigen in der eigenen Wohnung oder in der Wohnung der bzw. des Pflegebedürftigen selbst pflegen und hierfür kein Entgelt erhalten, können in ihrer Einkommensteuererklärung einen Pflegepauschbetrag geltend machen. Der Pflegepauschbetrag beträgt bei Pflegegrad 2 € 600,00 bei Pflegegrad 3 € 1.100,00 bei Pflegegrad 4 oder 5 € 1.800,00 im Jahr (§ 33b Abs. 6 Einkommensteuergesetz – EStG). Der Pauschbetrag kann unabhängig von der Höhe der tatsächlichen Aufwendungen geltend gemacht werden.
Pflegegradbescheid ist Grundlagenbescheid
Der Pflegegrad wird oftmals erst Monate nach dem Antrag festgestellt und bescheinigt, im Regelfall dann rückwirkend. Die Steuererklärung für das betreffende Jahr einer erstmaligen Feststellung eines Pflegegrades bzw. einer Höherstufung ist dann meist schon abgegeben und der Einkommensteuerbescheid oft schon erlassen. Es stellt sich in dem Zusammenhang die Frage, ob der Pauschbetrag in solchen Fällen rückwirkend beantragt oder geändert werden kann und der Einkommensteuerbescheid entsprechend korrigiert werden muss.
Entscheidung Finanzgericht Düsseldorf
Das Finanzgericht (FG) Düsseldorf hat diese Frage bejaht (Urt. v. 20.10.2025, 14 K 1541/24 E). Der Bescheid über die Pflegegradeinstufung stellt einen ressortfremden Grundlagenbescheid dar. Dieser Grundlagenbescheid ist für den Folgebescheid (Einkommensteuerbescheid) bindend. Der Folgebescheid ist daher anzupassen, sofern die in dem Grundlagenbescheid getroffenen Feststellungen nicht oder nicht zutreffend berücksichtigt worden sind. Dies gilt nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) auch, wenn der Antrag auf Pflegegradeinstufung erst nach der Unanfechtbarkeit des Einkommensteuerbescheides (einen Monat nach Bekanntgabe) gestellt worden ist (Urt. v. 13.12.1985, III R 204/81).
Revisionsverfahren
Gegen die Entscheidung des FG Düsseldorf ist ein Revisionsverfahren vor dem Bundesfinanzhof (BFH) anhängig, Aktenzeichen VI R 19/25. Pflegende Familienangehörige können sich in Einspruchsfällen darauf berufen.
Stand: 26. August 2026
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